Die Chronik: 20 Jahre IfS Zertifizierung

1992:

Mit Vollendung des EG-Binnenmarktes starten die Überlegungen zu Auswirkungen auf das deutsche Sachverständigenwesen. Eine erste Studie bei den AHKs über das Sachverständigenwesen in Europa zeigt, dass es ein System der Bestellung über Berufs- und Wirtschaftskammern nicht gibt. Gleichzeitig wird eine wettbewerbsorientierte Sachverständigenordnung gemeinsam mit den Kammermitgliedern initiiert. Erste IfS-Fachtagung mit den Prüforganisationen und Berufsverbänden des Kfz-Sachverständigenwesens zu gemeinsamen Qualitätsstandards bei Schadengutachten sowie der Forderung nach einer einheitlichen Qualifikation. Erste Auflage „Leitsätze für Gutachten im Bereich Kraftfahrzeugschäden und –bewertung“ als Basis für den Standard Personenzertifizierungsstelle nach DIN EN 45013. Dabei wird auch der Verband der Schadenversicherer (heute Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) erstmals eingebunden.

 

1993:

Erstellung Synopse Akkreditierung/Zertifizierung - öffentliche Bestellung und Vereidigung. Erster Kontakt mit dem Deutschen Akkreditierungsrat (DAR). Positionspapier des IfS-Vorstandes zur Einrichtung einer Zertifizierungsstelle im Institut. Vortrag zur DIN EN 45013 durch Prof. Mittmann (DAR). Grundlage für die Zertifizierung von Sachverständigen sollen fachliche Bestellungsvoraussetzungen sein. Startschuss für die Beteiligung aller marktrelevanten Gruppen an Standards im Sachverständigenwesen. Einstimmige Änderung der IfS-Satzung auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung, insbesondere Aufnahme des Zwecks Zertifizierung und Neuausrichtung des Vorstands mit der Besetzung der marktbeteiligten Gruppen (neben Kammern Verbände und Organisationen). 

 

1994:

Vorstellung Finanzierungskonzept Zertifizierung, Antragstellung auf Akkreditierung bei der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA). Gründung der Sektorkomitees „Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung, Maschinen und Immobilienbewertung“ bei der TGA. Vorsitz jeweils IfS-Geschäftsführer Floter. Aufbau eines Managementsystems nach DIN EN 45013. Erarbeitung des ersten normativen Dokuments (mit Eingangsvoraussetzungen, Prüfungs- und Überwachungsablauf, Rechte und Pflichten) für die Zertifizierung von Kfz-Sachverständigen.

 

1995:

Gründung der IfS-Zertifizierungsgesellschaft für Sachverständige mbH als 100 prozentige Tochter des IfS. Einrichtung der Gremien entsprechend DIN EN 45013. 4. August 1995 Akkreditierung als erste Personenzertifizierungsstelle nach 45013 für Sachverständige im Bereich Kraftfahrzeugschäden und –bewertung in Europa. Die ersten 21 Kfz-Sachverständigen werden zertifiziert. Marke IfS Zert wird eingeführt.

 

1996:

Durch die Zusammenarbeit von Kammerfachgremien, Prüfungsausschüssen der Verbände und Organisationen können bis Ende 1996 etwa 200 Antragsverfahren im Bereich Kfz-Schäden und –bewertung abgeschlossen werden. Normative Dokumente für Maschinenbewertung und Immobilienbewertung werden durch den Hauptausschuss der TGA genehmigt. Erstmals Kompatibilität von normativen Dokumenten und fachlichen Bestellungsvoraussetzungen erreicht.

 

1997:

Aufbau und Akkreditierung der Zertifizierungsbereiche Immobilienbewertung und Altautoverwertung. 50 Sachverständige für Altautoverwertung überprüft. IfS GmbH übernimmt gleichzeitig Aufgaben eines Fachgremiums der Bestellungskörperschaften. 85 % der Verwerterbetriebe beauftragen entweder Sachverständige der IfS Zert oder öffentlich bestellte Sachverständige. Im Kfz-Bereich weitere 136 Antragsverfahren. 1997 sind bereits 171 Kfz-Sachverständige zertifiziert.

 

1998:

Europäische Aktivitäten mit der Gründung von EuroExpert untermauert. TEGOVA übernimmt weitgehend die von Deutschland vorgeschlagenen Zertifizierungsgrundlagen für Wertermittler. Bestellungskörperschaften übernehmen normatives Dokument Immobilienbewertung als fachliche Bestellungsvoraussetzungen. 1998 sind 209 Kfz-Sachverständige zertifiziert. Damit ist die Tochter des Instituts Marktführer bei Personenzertifizierungen im Sachverständigenwesen.

 

1999:

IfS Zert entwickelt mit den Bestellungskörperschaften Bestellungsvoraussetzungen für den Bereich Verpackungsentsorgung und betreut das entsprechende Fachgremium. 246 Kfz-Sachverständige sind zertifiziert.

 

2000:

Aus der IfS-Zertifizierungsgesellschaft für Sachverständige mbH wird die IfS GmbH für Sachverständige mit einer eigenen Abteilung Zertifizierung (IfS Zert). Ein neues Logo für die Zertifizierung betont die breitere Ausrichtung. Kammerfachgremien und Gremien der Zertifizierungsstelle entwickeln gemeinsame Standards zur Überprüfung von Gutachten im Bereich der Immobilienbewertung. Einführung der Webseite mit Suchportal für zertifizierte Sachverständige. Erfolgreiche Reakkreditierung durch die TGA.

 

2001:

Altautoverordnung – Mission erfüllt. Kammern und IfS Zert stellen der Wirtschaft ausreichend Sachverständige für Altautoverwertung zur Verfügung. Die Zertifizierung für den Bereich Altautoverwertung wird beendet, Standards und Fachgremium weitergeführt. EuroExpert führt europäischen Verhaltenskodex für Sachverständige ein. Das IfS-Zertifizierungsprogramm entspricht diesem europäischen Standard.

 

2002:

Übergangsmodell zur Zertifizierung von Sachverständigen für Kfz-Schäden und –bewertung entwickelt. Dabei wird analog zur öffentlichen Bestellung einem Bewerber ermöglicht, alle vorhandenen Sachkundenachweise in das Zertifizierungsverfahren einzubringen. Am Ende der ersten Zertifizierungsperiode steht eine klar definierte erneute Prüfung der besonderen Sachkunde.

 

2003:

IfS Zert stellt Übergangsmodell auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar vor. Der Verkehrsgerichtstag spricht sich für die Standards der Zertifizierung und der öffentlichen Bestellung als Qualifizierungssysteme aus, weil kein gesetzliches Berufsbild besteht. Die Allianz, der BVSK und DEKRA beteiligen sich als erste Organisationen an diesem Zertifizierungsverfahren. Übergangsmodell wird Teil des normativen Dokumentes. Die Öffentliche Bestellung wird als Sachkundenachweis innerhalb der IfS-Zertifizierung akzeptiert. Aus DIN EN 45013 wird der internationale Standard DIN EN ISO/IEC 17024:2003.

 

2004:

IfS Zert überarbeitet normatives Dokument Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung. Das Zertifizierungsprogramm wird als fachliche Bestellungsvoraussetzungen der Kammern übernommen. Jetzt 427 Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung zertifiziert. IfS GmbH startet Fachgremium TEHG. Die Organisationen AMB Generali, LVM, TÜV Verkehr und Fahrzeug sowie ZAK beteiligen sich am Übergangsmodell.

 

2005:

IfS GmbH übernimmt Fachgremium für Sachverständige nach Elektro- und Elektronikschrottgesetz. Zum Ende des Übergangsmodells erstmalig über 1.100 Sachverständige im Bereich Kfz-Schäden und –bewertung zertifiziert. Auf dem eigens eingeführten Webportal unfallexpert.de können damit zusammen mit den öffentlich bestellten Kfz-Sachverständigen über 2.000 Sachverständige auf einer Seite gefunden werden. Erste gemeinsame Überprüfungen mit dem BVSK durchgeführt. Umstellung des Zertifizierungssystems auf die DIN EN ISO/IEC 17024:2003. Zweite erfolgreiche Reakkreditierung durch die TGA.

 

2006:

2. Auflage „Kraftfahrzeugschäden und –bewertung - Leitsätze für Gutachten und andere sachverständige Leistungen“ wird fertiggestellt und vertrieben. Unfallexpert.de wird auf einer Pressekonferenz in der IHK Köln vorgestellt. Unfallexpert.de wird damit bei der europäischen Suche über den neu eingeführten EuroExpertFinder mit einbezogen.

 

2007:

Einführung der webbasierten Gutachtenüberprüfungssoftware Web-GAP. 1.500 Sachverständigenleistungen können im ersten Jahr bereits überprüft werden. Damit ist ein Eckpfeiler der Qualitätssicherung noch effizienter gestaltet worden.

 

2008:

1.141 Kfz-Sachverständige zertifiziert. Das fachliche Anforderungsprofil „Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung“ dient als Grundlage für die Ausbildung bei den maßgeblichen Verbänden und Organisationen.

 

2009:

Aus TGA wird DGA (Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung mbH). Erfolgreiche Reakkreditierung von IfS Zert. Zertifizierung von Sachverständigen für Immobilienbewertung wird eingestellt, Standards bleiben. Das Zertifizierungsprogramm Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung wird entsprechend DIN EN ISO/IEC 17024:2003 evaluiert. Die Norm steht zur Überarbeitung an.

 

2010:

Aus DGA wird DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH), eine beliehene Stelle des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Zahl der zertifizierten Sachverständigen für Kfz-Schäden und –bewertung sinkt unter 1.000.

 

2011:

Verabschiedung des neuen Zertifizierungsprogramms Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung. Die Bestellungskörperschaften übernehmen das Programm als fachliche Bestellungsvoraussetzungen. Vertreter der IfS Zert bei ISO aktiv in der Arbeitsgruppe 30 in die Überarbeitung der DIN EN ISO/IEC 17024 involviert.

 

2012:

Reakkreditierung durch die DAkkS bestätigt weiterhin die hohe Qualität der IfS-Zertifizierung. Wieder über 1.000 zertifizierte Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung. 3. Auflage „Kraftfahrzeugschäden und –bewertung - Leitsätze für Gutachten und andere sachverständige Leistungen“ auf dem Markt. Deutscher Verkehrsgerichtstag lobt die Verbände und Organisationen für die Standards in Ausbildung, Zertifizierung und öffentlicher Bestellung und bekräftigt die Beschlüsse aus 1985 und 2003.

 

2013:

DIN EN ISO/IEC 17024:2012 wird von ISO und DIN verabschiedet. Evaluierung des Zertifizierungsprogramms Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung durch den Programmausschuss der IfS-Zertifizierungsstelle. Neue Version der Software Web-GAP zur Überprüfung von Sachverständigenleistungen wird eingeführt.

 

2014:

Umstellung auf die neue Norm und erfolgreiche Reakkreditierung durch die DAkkS. Verabschiedung des novellierten Zertifizierungsprogramms Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung. Über 1.100 Sachverständige für Kfz-Schäden und –bewertung zertifiziert.

 

2015:

20 Jahre IfS Zertifizierung. Der 54. Deutsche Verkehrsgerichtstag fordert erneut die Einführung einer Berufsordnung für Sachverständige aus dem Bereich Kfz-Schäden und –bewertung mit einer festgeschriebenen Grundqualifikation und nachzuweisender Fortbildung. Der Gesetzgeber hat bisher nicht reagiert. Die geforderten Standards der Grundqualifikation wie auch die ständig nachzuweisende aktuelle Sachkunde werden nun seit 20 Jahren in der IfS-Zertifizierung praktiziert. Grundlage für die Sachverständigenleistungen sind die IfS-Leitsätze für Gutachten und andere Sachverständigenleistungen. Im Zuge der Qualitätssicherung wird 2015 an der Novellierung dieses Standards mit den interessierten Kreisen wieder vertrauensvoll gearbeitet.